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Von Godesberg nach Tiflis und zurück
Die 42. Ausgabe der Heimatblätter bietet eine erstaunliche Fülle aktueller Themen. Erinnerungen an Paul von Franken, Walter Haentjes, Herbert Böhler und Emil Zuppke
von Irmgard Wolf
(4. August 2005, Bonner General-Anzeiger)
Das 42. Jahresheft der Godesberger Heimatblätter liegt vor, erschienen unter der neuen Schriftleitung von Friedrich Georg Wendl, der nach dem plötzlichem Tod des Vorsitzenden Herbert Strack dessen Werk mit großer journalistischer Erfahrung fortsetzt. Ein Glücksfall für die Heimatblätter, die denn auch wieder mit reicher Thematik und attraktiver Bebilderung und Ausstattung aufwarten.
Der vielleicht überraschendste Beitrag der aktuellen Publikation ist der Aufsatz von Horst Heidermann, der das abenteuerliche Leben des Malers Paul von Franken im Beitrag „Godesberg-Tiflis und zurück" darstellt. Dessen Werk hat es im Kunsthandel von vollkommener Vergessenheit seit kurzem zu hohen Preisen gebracht. In zwei Publikationen von Hans Kleinpass und Norbert Schloßmacher wird der ehemaligen jüdischen Bevölkerung in Bad Godesberg gedacht. Der Stadtarchivar Schloßmacher enthüllt Lebensläufe und Schicksale zu den „Stolpersteinen", die im Stadtbild von Bad Godesberg an frühere jüdische Mitbürger erinnern. Er ist übrigens noch mit einem weiteren Aufsatz zur Wirtschaftsgeschichte präsent. Das Jahr 2005 bietet runde Erinnerungsdaten, so an die Eingemeindung von Mehlem vor 70 Jahren, deren Karl Friedrich Amendt sich annimmt, oder an das 50-jährige Bestehen der Stadthalle, deren Baugeschichte Sonja Schöttler aufblättert.
Aber auch Persönlichkeiten werden noch einmal ins Leben gerufen, deren Namen Spuren in der Geschichte von Bad Godesberg hinterlassen haben. So Walter Haentjes, der neben seinem Wirken als erster Direktor des Konrad-AdenauerGymnasiums eine ungewöhnlich vielfältige Tätigkeit in der Kommunalpolitik, in der Heimatgeschichte mit grundlegenden Godesberger Publikationen und der Gründung des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte entfaltet hat. Er starb ebenso vor 25 Jahren wie der Maler, Pädagoge und Godesberger Publizist Emil Zuppke. Auch des 2005 verstorbenen Godesberger Künstlers Herbert Böhler wird mit einem ehrenden Nachruf gedacht. Insgesamt eine Godesberger Lektüre, die eine erstaunliche Fülle aktueller Themen bietet.
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