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Wenig Euphorie über neue City-Terrassen
In der Bevölkerung rufen die Umbaupläne für das Altstadtcenter bislang eher Skepsis als Begeisterung hervor
Von Rüdiger Franz
(3./4.. September 2011, Bonner General-Anzeiger)
BAD GODESBERG. Faktisch ist der Umbau der City-Terrassen beschlossene Sache. Dennoch - oder auch gerade deswegen - regt sich in der Bevölkerung gegen wesentliche Details der Pläne Kritik.
Nachdem der Verein für Heimatpflege seit Beginn der Debatte auf den Erhalt der Sichtachse zwischen Kurpark und Godesburg pocht, meldet sich nun auch das „Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen", bekannt unter anderem durch ihre Beiträge zu den Themen Bahnhofsvorplatz und Südüberbauung, zu Wort: In einer Einwohnerfrage für die Sitzung der Bezirksvertretung am 28. September kritisiert die Gruppe den Plan, anstelle des breiten Aufgangs eine deutlich schmalere Treppe zum Plateau hinaufzuführen. Am linken Rand der heutigen Freitreppe soll ein verglaster, passagenähnlichen Eingangsbereich eines Lebensmittelmarktes entstehen - und zwar von 6,85 Meter Höhe und 3,70 Meter Breite. Diese Anordnung, kritisiert nun die Initiative, sei kein Beitrag für die Sicherheit: „Heute könnten notfalls Rettungsdienste und Polizei über die gestufte Rampe nach oben fahren - im Falle einer Treppe ist dies nicht mehr möglich", argumentiert Sprecherin Ilse Maresch.
Kritik äußert die Initiative auch an der geplanten Verlagerung der Anlieferung für den Rewe-Markt aus der Villichgasse in die Pfarrer-Minartz-Straße. Sie befürchtet, dass mit dem neuen Ladebereich auch noch die Pfarrer-Minartz-Straße „durch Hinterhof-Atmosphäre verschandelt" werde. Die Firma Essex als Eigentümerin und der beauftragte Architekt hatten hingegen mit dem Argument aufgewartet, dass der Verkehr mittels ihrer Lösung entzerrt würde und sich unter dem Strich gerade für die Pfarrer-Minartz-Straße eine Entlastung ergäbe. Schließlich stört die Initiative, und damit liegt sie auf Linie mit einer Reihe von Bürgern, dass es die Stadtverwaltung im Juli bei einer Informationsveranstaltung ohne formelle Instrumente der Bürgerbeteiligung belassen hatte: „Die Pläne erscheinen so bedeutend und umfangreich, dass ein Verfahren zur Änderung der Bebauungspläne zwingend erforderlich erscheint", meint Maresch. Die Stadt hingegen hatte bereits in der Bezirksvertretung ausführlich begründet, warum es in diesem Falle keines Bauleitplanverfahrens bedarf. Seitens der Kommunalpolitik hatten die Pläne zwar keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Eher zeigte sich die Mehrheit erleichtert über den Versuch der Eigentümer, eine bauliche Situation zu verbessern, die zurzeit allgemein - und wenigstens darin scheint Konsens zu bestehen - als unbefriedigend wahrgenommen wird. Der Umbau, so hieß es, sei „eine Chance".
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